![]() Rolf Linkohr Mitglied des Europäischen Parlaments |
Pressemitteilung 09.09.2002 |
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Durch Kyoto stellt sich die Energiefrage neuDer EURATOM-VERTRAG - ein Anachronismus?Plädoyer für eine Revision der europäischen Energiepolitik - und für einen Europäischen KlimavertragDer EURATOM-Vertrag war einmal Kernelement des europäischen Einigungsprozesses und konzipiert, die Atomkraft zu fördern. Seine strukturellen Defizite aber wurden in der Vergangenheit niemals beseitigt. Besonders schwer wiegt, dass er sich der demokratischen Kontrolle entzieht, indem er dem Europäischen Parlament keinerlei Mitspracherecht einräumt. Der Europaabgeordnete Rolf Linkohr fordert daher, dass sich der momentan tagende Konvent dem EURATOM-Vertrag annimmt: "Der Konvent bietet die Chance, den EURATOM-Vertrag zu demokratisieren, ihm den Erfordernissen der Zukunft anzupassen und neue energiepolitische Überlegungen in den Reformprozess einfließen zu lassen." In der Vergangenheit wollte sich niemand mit der Reform des EURATOM-Vertrages befassen. Die einen wollten ihn schlicht abschaffen, die anderen ihn nicht antasten. Doch im Zuge der Verfassungsdiskussion wird man wohl kaum noch einen Bogen um diesen Vertrag machen können, zu offensichtlich sind seine demokratischen Mängel. Folgende Szenarien für die Umgestaltung des EURATOM-Vertrages hält der Europaabgeordnete für denkbar: 1. Es bleibt alles beim Alten
2. Streichung des Vertrages
3. Generelle Einführung des Mitentscheidungsverfahrens
4. Ergänzung des Vertrages
5. Umwandlung des EURATOM-Vertrages in einen Europäischen Klimavertrag (EUROKLIMA)
Für den Europaabgeordneten Rolf Linkohr gibt es keine echte Alternative zu einem Europäischen Klimavertrag: "Die Energiefrage muss unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes neu diskutiert werden." Die Europäische Union hat mit Kyoto die Vorreiterrolle für eine aktive Klimapolitik übernommen und sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen um 8 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2050 muss sie vermutlich - sofern die Klimatologen Recht behalten - ihre Treibhausgasemissionen um 80 % absenken. Diese säkulare Aufgabe ist ohne verfassungsrechtliche Verankerung kaum zu bewältigen. Rolf Linkohr: "Die
Umwandlung des Euratom-Vertrages in einen Klimavertrag mit
dem klaren Auftrag, Emissionen zu verringern - d.h.
emissionsarme Energieformen zu fördern und die
Energieeffizienz zu erhöhen - wäre ein mutiger und
zukunftsweisender Schritt - ein Meilenstein." |
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